Oracle Automatic Storage Management (ASM): Upgrade auf 11g
Ab Oracle 11.1 unterstützt Automatic Storage Mangagement (ASM) auch rolling upgrades. So kann in einer Clusterumgebung eine ASM-Instanz auf das aktuelle Release aktuali-siert werden, während die restlichen Instanzen zunächst mit dem alten Release-Level wei-terarbeiten. Auch heterogene Umgebungen mit gemischten ASM Diskgroups aus 10g und 11g lassen sich betreiben. Dazu müssen die Attribute COMPATIBLE.RDBMS und COMPATIBLE.ASM auf 10.1 gesetzt werden. Dies sind auch die Standardwerte. Soll die Möglichkeit bestehen, neue ASM-Features zu nutzen, ist es erforderlich, diese beiden Attribute auf den aktuellen Release-Stand hochzusetzen.
Oracle empfiehlt, die Software-Installation von ASM und Datenbank zu trennen. Dies ist nicht zwingend erforderlich, hat aber den Vorteil, getrennte Upgrades ausführen zu kön-nen. Gerade auf Clustersystemen oder auch auf Hosts, auf denen mehrere Datenbanken unterschiedlicher Versionen laufen, ist dies ein Vorteil. Trifft nichts davon auf Ihr System zu, können Sie diese Trennung auch außer Acht lassen.
Die Software-Installation für eine ASM-Instanz entspricht weitgehend der einer Daten-bankinstanz.
1. Nach dem Willkommensbildschirm ist der Installationstyp auszuwählen. Klicken Sie auf „Weiter“.
2. Name und Pfad des neuen ASM-Homes sind anzugeben. Klicken Sie auf „Weiter“.
3. Sofern im Cluster installiert wird, müssen die Clusterknoten ausgewählt werden. Achten Sie darauf, alle erforderlichen Knoten einzubinden. Klicken Sie auf „Weiter“.
4. Die Installationsvoraussetzungen werden geprüft. Prüfen Sie alle Meldungen ge-nau und korrigieren Sie eventuell auftretende Probleme. Klicken Sie auf „Weiter“.
5. Die Frage, ob ein Upgrade direkt durchgeführt werden soll, beantworten Sie am besten zunächst mit „Nein“. Das eigentliche Upgrade der ASM-Instanz wird dann mit einem expliziten Aufruf des DBUA ausgeführt. Klicken Sie auf „Weiter“.
6. Wählen Sie „Nur Softwareinstallation“. Klicken Sie auf „Weiter“.
7. Geben Sie die Benutzergruppen für sysdba, sysoper und sysasm an. Klicken Sie auf „Weiter“.
8. Klicken Sie auf „Installieren“.
9. Führen Sie nach Aufforderung die root-Skripte aus. Falls Sie mit einem RAC arbeiten, denken Sie daran, die root-Skripte auf jedem Knoten auszuführen.
$ /u01/app/oracle/product/11.1.0/asm/root.
10. Kehren Sie zum Oracle Universal Installer zurück, und klicken Sie auf „OK“.
Das eigentliche Upgrade der ASM-Instanz erfolgt nun in einem zweiten Schritt. Fahren Sie dazu zunächst alle abhängigen Datenbanken, anschließend dann die ASM-Instanz herunter:
sqlplus> shutdown immediate;
Im nächsten Schritt rufen Sie den Database Upgrade Assistant (DBUA) auf:
$ /u01/app/oracle/product/11.1.0/asm/bin/dbua
1. Nach dem Willkommensbildschirm ist das Upgrade einer ASM-Instanz auszuwählen.
2. Es folgt die Summary-Page. Nach einem Klick auf „Beenden“ wird die ASM-Instanz auf neue Releases aktualisiert.
Nun folgen noch die Abschlussarbeiten. Um neue Features der Version 11g nutzen zu können, müssen der Datenbankparameter „compatible“ sowie die ASM Disk-Attribute umgesetzt werden.
Aber Achtung: Sobald Sie den Kompatibilitätsparameter einer Disk Group hochgesetzt haben, gibt es keinen Weg mehr zurück: Ein schnelles Downgrade ist damit nicht mehr möglich.
sqlplus> show parameter compatible
NAME TYPE VALUE
------------------------ ----------- ----------------------
compatible string 10.2.0.1.0
sqlplus> alter system set compatible='11.1.0' scope=spfile;
System altered.
sqlplus> shutdown immediate;
sqlplus> startup;
SQL> select name,compatibility,database_compatibility from v$asm_diskgroup;
NAME COMPATIBILITY DATABASE_COMPATIBILI
--------------- ------------- --------------------
DG_01 10.1.0.0.0 10.1.0.0.0
DG_02 10.1.0.0.0 10.1.0.0.0
SQL> alter diskgroup DG_01 set attribute 'compatible.asm'='11.1.0';
Diskgroup altered.
SQL> alter diskgroup DG_01 set attribute 'compatible.rdbms'='11.1.0';
Diskgroup altered.
SQL> alter diskgroup DG_02 set attribute 'compatible.asm'='11.1.0';
Diskgroup altered.
SQL> alter diskgroup DG_02 set attribute 'compatible.rdbms'='11.1.0';
Diskgroup altered.
SQL> select name,compatibility,database_compatibility from v$asm_diskgroup;
NAME COMPATIBILITY DATABASE_COMPATIBILI
--------------- ------------- --------------------
DG_01 11.1.0.0.0 11.1.0.0.0
DG_02 11.1.0.0.0 11.1.0.0.0
Alle abhängigen Datenbanken können nun wieder gestartet werden.
Lutz Fröhlich
held-informatik
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