Erstellen einer CSV-Datei aus einer Oracle-Tabelle
Immer mal wieder kommt es vor, dass aus Daten einer Oracle-Datenbank CSV-Dateien erzeugt werden sollen.
Das Dateiformat CSV beschreibt den Aufbau einer Textdatei zur Speicherung oder zum Austausch einfach strukturierter Daten. Die Dateiendung CSV ist eine Abkürzung für Comma-Separated Values (seltener Character Separated Values oder Colon Separated Values). Ein allgemeiner Standard für das Dateiformat CSV existiert nicht. Jedoch wird es im RFC 4180 grundlegend beschrieben. Die zu verwendende Zeichenkodierung ist ebenso wenig festgelegt; 7-bit ASCII gilt weithin als der kleinste gemeinsame Nenner.
In CSV-Dateien können Tabellen oder eine Liste unterschiedlich langer Listen abgebildet werden. Kompliziertere, beispielsweise geschachtelte Datenstrukturen können durch zusätzliche Regeln oder in verketteten CSV-Dateien gespeichert werden. Um sie in einer Datei abzuspeichern, eignen sich jedoch andere Formate wie XML oder EDIFACT besser.
Nun zum eigentlichen Code. Mit Oracle SQL*Plus setzt man ganz einfach den Spaltenseparator auf das entsprechende Zeichen (hier ein Komma).
SET UNDERLINE OFF SET COLSEP ',' SET LINES 100 PAGES 100 SET FEEDBACK off SET HEADING off SPOOL C:\temp\meine_tabelle.csv SELECT * FROM meine_tabelle; SPOOL OFF
Die Datei ist anschließend unter C:\temp\meine_tabelle.csv zu finden.
Noch eleganter ist die folgende Lösung: Die folgende Implementierung mit PL/SQL als Stored Procedure erlaubt die Übergabe einer Abfrage. Aus dem Resultset wird eine CSV-Datei erzeugt, die in MS Excel verwendet werden kann.
CREATE OR REPLACE FUNCTION dump_csv( p_query IN varchar2, p_separator IN varchar2 DEFAULT ',', p_dir IN varchar2 , p_filename IN varchar2 ) RETURN number AUTHID CURRENT_USER IS l_output utl_file.file_type; l_theCursor integer DEFAULT dbms_sql.open_cursor; l_columnValue varchar2(2000); l_status integer; l_colCnt number DEFAULT 0; l_separator varchar2(10) DEFAULT ''; l_cnt number DEFAULT 0; begin l_output := utl_file.fopen( p_dir, p_filename, 'w' ); dbms_sql.parse( l_theCursor, p_query, dbms_sql.native ); FOR i IN 1 .. 255 loop begin dbms_sql.define_column( l_theCursor, i, l_columnValue, 2000 ); l_colCnt := i; exception when others then IF ( sqlcode = -1007 ) then exit; else raise; end IF; end; end loop; dbms_sql.define_column( l_theCursor, 1, l_columnValue, 2000 ); l_status := dbms_sql.execute(l_theCursor); loop exit when ( dbms_sql.fetch_rows(l_theCursor) <= 0 ); l_separator := ''; FOR i IN 1 .. l_colCnt loop dbms_sql.column_value( l_theCursor, i, l_columnValue ); utl_file.put( l_output, l_separator || l_columnValue ); l_separator := p_separator; end loop; utl_file.new_line( l_output ); l_cnt := l_cnt+1; end loop; dbms_sql.close_cursor(l_theCursor); utl_file.fclose( l_output ); RETURN l_cnt; end dump_csv; /
Der Aufruf sieht dann beispielsweise wie folgt aus:
declare l_rows number; begin l_rows := dump_csv( 'select * from all_users where rownum < 25', ',', '/tmp', 'test.dat' ); end; /
Das Skript stammt von Tom Kyte, das Original ist unter http://asktom.oracle.com/tkyte/Misc/csv.html zu finden.
Lutz Fröhlich
held-informatik
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